Zeitreisen · die Geschichte   | Das Jagdhaus · Ein Haus für Träumer  |  Erdgeschoss  |  Obergeschoss  |  Kutscherhaus

Zeitreisen

 

Zur Geschichte des Hauses

Es gibt Orte, an denen scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Das Jagdhaus in Schönau an der Brend ist ein solcher Ort.

1912 baut der begüterte Architekt und Bauunternehmer, der Leipziger Baurat Arthur Johlige, in Schönau an der Brend in der bayerischen Rhön das Nebengebäude einer Gastwirtschaft mit Tanzsaal in ein Jagdhaus um. Er ist passionierter Jäger und verbringt schon seit Jahren viel Zeit in Schönau. Beim Umbau läßt er seiner Phantasie freien Lauf : das mächtige Dach mit seinem Krüppelwalm erinnert an ein Schwarzwaldhaus, die reich verzierten Balkons und die Lüftlmalerei um Fenster und Türen an oberbayerische Bauernhäuser.

 

Die Fassadenmalereien werden von einem der namhaftesten fränkischen Kirchenmaler seiner Zeit, Eulogius Böhler, ausgeführt. Im Inneren setzt sich die geradezu exzessive Lust an der Dekoration fort: Eine große Diele mit mächtigem Unterzug und Stützpfeiler empfängt den Besucher. Umlaufende halbhohe Wandverkleidungen, reiche Wandmalereien, jagdliche Motive selbst bei der Gestaltung der Kleiderhaken, eine Standuhr, Heiligenbilder, alles aus der Zeit um 1912. Ein großer, gewölbter , holzvertäfelter Wohnraum schließt sich an. Auch hier sind die Wände reich bemalt. Als Krönung findet man im Scheitelpunkt der Wölbung eine an barocke Kirchen erinnernde Anordnung von Kinderköpfen wie Putti um einen wolkenumsäumten Strahlenkranz. Vom Wohnraum führt eine Tür in eine Stube an, die aus dem Museum zu stammen scheint: Vertäfelte und bemalte Wände auch hier, aufwendiger noch als in den anderen Räumen, eine reichverzierte Tür, ein Kachelofen, eine Eckbank mit Brettstühlen und Rhöntisch, ein Canapé, an den Wänden Bilder und Gehörne.
Das Besondere an diesem Haus ist, daß es fast einhundert Jahre von derselben Familie bewohnt wurde. Der Baurat selbst konnte sich nicht mehr all zu lange an seinem Refugium erfreuen, er starb schon bald nach Bezug des Hauses.

 

Seine Familie nutzte das Haus jedoch weiter und siedelte nach dem zweiten Weltkrieg ganz dorthin um. 2004 starb der letzte dauernde Bewohner, 2008 verkaufte die Erbengemeinschaft das Anwesen.

 

Danach wurde das Haus in Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt, dem an diesem einmaligen Dokument des Bauens und Wohnens des frühen 20. Jahrhunderts natürlich viel gelegen ist, umfangreich und gleichzeitig behutsam restauriert . Nahezu alles besteht unverändert wie es immer schon war: Im prunkvollen Eingangsbreich grüßt ein präparierter Auerhahn von der Wand, von der bemalten Standuhr lacht eine Sonne. Gemütlich sind die Lamperien, die alten Türen, die Original-Beschläge, Kastenfenster und authentischen Dielenböden. Erhalten sind viele Möbel aus der Erbauungszeit, teilweise ganze Zimmereinrichtungen bis hin zu Bildern, ausgestopften Tieren, Jagdtrophäen, die alten Türen mit den authentischen Beschlägen und die gewachsten Dielenböden.

 

Dr. Anke Kirchner · Friedrich Kirchner · Untere Sandstr. 31 · 96049 Bamberg · Telefon 0171/1403005 · E-Mail: anke.kirchner@onlinehome.de